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Offshore-Windenergie: Ausbau erreicht 2019 neuen Höchstwert in Europa

© WindEurope© WindEuropeBrüssel - Im Jahr 2019 wurden in Europa neue Offshore Windparks mit einer Leistung von über 3.600 (MW) neu ans Netz angeschlossen. Das ist der bislang höchste Wert und übertrifft das bisherige Rekordjahr 2017 um etwa 15 Prozent. Mit Blick auf die Ziele der Europäischen Union muss das Ausbautempo jedoch deutlich steigen.

Die Offshore Windenergie ist in Europa weiter auf Wachstumskurs. Insgesamt sieben neue Offshore Windparks gingen 2019 vollständig ans Netz, die Gesamtleistung der Offshore Windparks klettert auf über 22.000 MW. Das teilte der europäische Windenergie-Verband WindEurope mit. Der höchste Zubau entfällt 2019 auf Großbritannien und Deutschland.

Offshore Ausbau zieht 2019 im Vergleich zum Vorjahr um fast 40 Prozent an
In Europa sind nach Angaben des europäischen Windverbandes WindEurope im Jahr 2019 insgesamt rd. 500 neue Offshore Windenergieanlagen mit einer Leistung von rd. 3.620 MW ans Netz gegangen. Die Anlagen verteilen sich auf insgesamt 10 Offshore-Windpark-Projekte in fünf Ländern in Europa. Damit fällt die Leistung der neu ans Netz angeschlossenen Offshore-Windenergieanlagen etwa 15 Prozent höher aus als im bisherigen Rekordjahr 2017 (rd. 3.150 MW). Gegenüber dem Vorjahr 2018 (rd. 2.650 MW) liegt das Plus sogar bei knapp 40 Prozent.

Mit 1.760 MW neuer Offshore-Kapazität stellt Großbritannien wieder den größten Offshore-Markt in Europa dar, gefolgt von Deutschland mit 1.111 MW, die neu ans Netz angeschlossen wurde. Mit deutlichem Abstand folgen Dänemark (374 MW) und Belgien (370 MW). Das Schlusslicht im Länderranking bildet Portugal mit einer 8 MW-Floating-Anlage, die ans Netz gegangen ist.

Weltweit größter Offshore-Windpark Hornsea One am Netz
In Großbritannien ist mit dem Offshore-Windpark Hornsea One nun der weltweit größte Offshore-Windpark mit einer Gesamtleistung von 1.218 MW am Netz. Zudem ist 2019 auch Beatrice 2 mit insgesamt 45 Turbinen und einer Gesamtkapazität von 315 MW komplett und in Betrieb. In Deutschland wurden 2019 die drei Offshore-Windparks Merkur Offshore (396 MW, Nordsee), Deutsche Bucht (269 MW, Nordsee) und EnBW Hohe See (497 MW, Nordsee) vollständig in Betrieb genommen. Beim Offshore Windpark Trianel Borkum II (200 MW, Nordsee) ist des durch die Senvion-Insolvenz zu Verzögerungen gekommen, die sich bis ins Jahr 2020 auswirken. In Dänemark ist das Vattenfall-Projekt Horns Rev3 mit einer Gesamtleistung von 407 MW voll ans Netz gegangen und in Belgien der große Offshore Windpark Norther (370 MW). In Portugal ist im Rahmen des Floating-Offshore-Programms „WindFloat Atlantic“ die erste von 3 V164-8.4 MW-Anlagen betriebsbereit und produziert Strom.

Offshore-Ausbau in der Europäischen Union hinkt Ausbauzielen hinterher
„Europa hat sich 2019 wirklich klar für die Offshore-Windenergie entschieden. Die Auktionspreise haben gezeigt, dass der Bau von Offshore-Windkraftanlagen inzwischen billiger ist als der Bau neuer Gas- oder Kohlekraftwerke“, zeigt sich WindEurope CEO Giles Dickson grundsätzlich zufrieden mit der Entwicklung der Offshore-Windenergie in 2019.

Gemessen an den Plänen der Europäischen Union zur Dekarbonisierung des Energiesystems und mit Blick auf die Erreichung der Ziele des Green Deals der EU-Kommission warnt WindEurope aber vor einem zu geringen Ausbautempo. Erforderlich ist nach Schätzung des europäischen Windenergieverbandes bis 2050 eine Offshore-Windkraftleistung zwischen 230 und 450 GW. „Das bedeutet jährlich 7 GW neue Offshore-Windenergiekapazitäten bis 2030 und 18 GW jährlich bis 2050“, so WindEurope CEO Giles Dickson. Letztes Jahr sei zwar eine Rekordleistung gebaut worden, das sei aber zu wenig.

Ein stärkerer Zubau sei aber machbar und auch wirtschaftlich. Die neue Offshore-Windstrategie der EU im Green Deal sollte klar darlegen, wie die für 450 GW erforderlichen Investitionen mobilisiert werden können. Entscheidend sei ein Masterplan, der a) die Offshore- und Onshore-Netzanschlüsse entwickelt und b) die maritime Raumplanung in die richtige Richtung lenkt, so Dickson weiter.

© IWR, 2020


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11.02.2020

 



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