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Ökostrom in Deutschland und Europa im ersten Quartal 2020 auf Wachstumskurs

© Shutterstock© ShutterstockMünster – Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien kann in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 in Deutschland und in Europa kräftig zulegen. Der Beitrag der konventionellen Stromerzeugung fällt dagegen deutlich. Der Grund für diesen Rückgang in Q1 2020 ist nicht die Corona-Krise.

Im ersten Quartal 2020 hat die Ökostromerzeugung in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr (Q1 2019) um rd. 15 Prozent zugelegt. Während in Deutschland Wind- und Solaranlagen für den Anstieg sorgten, legte in den EU-Staaten (insgesamt + 14 Prozent) die Produktion aus Wind- und Wasserkraftanlagen deutlich zu. Das geht aus einer ersten Auswertung von Daten der europäischen Netzbetreiber (ÜNB) durch das IWR hervor (Datenstand: 03.04.2020).

Deutschland: Mehr Strom aus Wind- und Solaranlagen im Vergleich zu Q1 2019
Im ersten Quartal 2020 wurden in Deutschland bereits über 70 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Ökostrom produziert und in die Netze eingespeist. Das ist ein Anstieg um rd. 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Q1 2019: 62, 2 Mrd. kWh) und gleichzeitig ein neuer Produktionsrekord. Der Zuwachs entfällt zu über 90 Prozent auf die höhere Windenergie-Produktion und zu etwa 10 Prozent auf die steigende Solarstromerzeugung. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie stagniert dagegen. Ein deutlicher Rückgang um rd. 25 Prozent ist bei der konventionellen Stromerzeugung zu verzeichnen. Während sich beim Atomstrom die Abschaltung des Atomkraftwerks Philippsburg Ende 2019 bemerkbar macht, geht die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle überproportional zurück. Die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken ist im Vergleich zu Q1 2019 stabil.

Europa: Mehr Ökostrom aus Wind- und Wasserkraftanlagen
In den EU-Staaten ist die Ökostromproduktion im ersten Quartal 2020 um 14 Prozent auf fast 280 Mrd. kWh geklettert (Q1 2019: 240 Mrd. kWh). Der Anstieg entfällt zu rd. 55 Prozent auf die Windenergie, der Rest auf die höhere Stromerzeugung aus Wasserkraft. Auf EU-Ebene stagniert dagegen die Stromerzeugung aus Solar, Bioenergie und Geothermie im Vergleich zum Vorjahr (Q1: 2019). Im Bereich der konventionellen Stromerzeugung sinkt die erzeugte und in die Netze eingespeiste Strommenge aus Atom-, Braun- und Steinkohle- sowie Gaskraftwerken um 15 Prozent auf 420 Mrd. kWh. Der Rückgang der Stromerzeugung in den EU-Staaten in Q1 2020 ist vor allem auf den sehr milden Witterungsverlauf im Winter 2019/2020 zurückzuführen. Die hohen Temperaturen haben die Stromnachfrage sinken lassen, u.a. in Frankreich, wo die Heizungen mit Strom betrieben werden.

Ausblick 2020: Sinkende konventionelle Stromerzeugung und globale Corona-Krise lassen CO2-Emissionen sinken
Für das Jahr 2020 ist nach IWR-Einschätzung mit einem erheblichen Rückgang der globalen CO2-Emissionen zu rechnen, der den Rückgang in der Finanzkrise im Jahr 2008 / 2009 (- 1,3 Prozent) deutlich übertreffen dürfte. Gründe sind neben den weltweit hohen Temperaturen zu Beginn des Jahres 2020 der zu erwartende Rückgang der Strom- und Treibstoffnachfrage in den Industrieländern in Folge der globalen Ausbreitung des Covid-19 Virus.

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)
Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse aller von den nationalen Netzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten. Für Deutschland liefern die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet TSO, 50 Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW Daten an den Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Die Übertragungsnetzbetreiber messen die Netto-Stromeinspeisung in ihren Stromnetzen. Strommengen, die nicht eingespeist werden und für den Betrieb von Kraftwerken benötigt (Eigenverbrauch) oder selbst genutzt (Eigennutzung) werden, sind in der vorliegenden Statistik nicht abgebildet.

Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung und den amtlichen Statistiken in Deutschland (z.B. BMWi) oder in Europa (Eurostat) können daher von den hier vorliegenden zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.

© IWR, 2020


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03.04.2020

 



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