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Ausbau der Offshore Windenergie in Deutschland stockt – Branche blickt nach vorn

© Fotolia/Adobe© Fotolia/AdobeBerlin – Der Ausbau der Offshore Windenergie in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2020 erwartungsgemäß schwach ausgefallen. Die Branche richtet ihren Blick in die Zukunft und begrüßt die langfristige Planungssicherheit durch die erhöhten Ausbauziele für Deutschland.

Die fünf Windenergie-Branchenorganisationen BWE, BWO, VDMA, WAB sowie die Stiftung Offshore Windenergie haben die von der Deutschen Windguard veröffentlichten Halbjahres-Daten zur Offshore Windenergie kommentiert. Die schwachen Zahlen kommen nicht überraschend, die Forderungen richten sich darauf, dass die zeitliche Ausbaulücke möglichst klein wird.

Erstes Halbjahr 2019 in Deutschland – 219 MW neue Offshore Windkraftleistung
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 wurden 32 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 219 MW an das deutsche Netz angeschlossen. Die Anlagen sind Nachzügler von Windparks, die eigentlich schon bis Ende 2019 komplett errichtet werden sollten. Mit den insgesamt 1.501 Offshore-Windturbinen in der Nord- und Ostsee und einer Gesamtleistung von 7.760 MW ist das Ausbauziel der Bundesregierung bis 2020 nun erreicht. Trotz der Ausbaulücke ist die Branche optimistisch, denn die Bundesregierung hat das langfristige Ziel, 20 GW bis 2030 und 40 GW bis 2040 nun verankert. Das schafft langfristige Planungssicherheit, so die Windenergie-Branchenorganisationen.

Statt EEG: Windverbände fordern zukünftig Differenzverträge
Wie auch der Bundesrat, spricht sich die Branche dafür aus, die Einführung von Differenzverträgen ernsthaft zu prüfen und unter Einbeziehung aller relevanten Stakeholder zu diskutieren. Dieses Modell gibt es bereits in anderen europäischen Ländern – beispielsweise in Großbritannien, Frankreich, Italien und Dänemark. Es würde also auch grenzübergreifende Ausschreibungen vereinfachen, heißt es. „Die in der Änderung des WindSeeG vorgesehene zweite Gebotskomponente erhöht hingegen die Investitionskosten und somit auch die Stromgestehungskosten“, so die Branchenorganisationen.

Windbranche setzt auf grünen Wasserstoff durch Offshore Windstrom
Die Verbände begrüßen den in der nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) angelegten Hochlauf im Heimatmarkt und unterstreichen, dass der Offshore Windenergie hierbei wegen der hohen Volllaststunden eine Schlüsselrolle zukommt. Etwa 3 GW Offshore Windenergie sollten für die Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden, so die Verbände. Das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) habe im Vorentwurf des Flächenentwicklungsplans die ersten beiden Flächen für Power-to-X in Nord- und Ostsee bereits benannt. Der Beginn des Vergabeverfahrens für diese Flächen sollte 2021 sein.

Internationale Vernetzung – grenzüberschreitende Offshore-Windprojekte
Im Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wird Offshore Windenergie ebenfalls als wichtige Säule der „Green Recovery“ und der Energiewende anerkannt. Daher ist die internationale, grenzüberschreitende Vernetzung von Offshore Windparks eine strategische Aufgabe, so die Forderung. Es brauche jetzt eine zügige Festlegung, welche Flächen für grenzüberschreitende Projekte geeignet sind, um darauf aufbauend den Investitionsrahmen zu klären. Genügend Flächen in der Nord- und Ostsee und freie Netzkapazitäten seien vorhanden.



© IWR, 2020


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17.07.2020

 



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