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Studie: Klimaschäden für Wirtschaft höher als erwartet

© Fotolia / Adobe Stock© Fotolia / Adobe StockPotsdam - Wissenschaftler aus Potsdam und Berlin haben auf der Basis eines aktuellen Datensatzes mit regionalen Klima und Wirtschaftsdaten aus 77 Ländern die ökonomischen Folgen des Klimawandels untersucht. Per saldo dürfte der Klimawandel die Wirtschaftsleistung stärker schwächen als bislang angenommen.

Der weltweite Klimawandel könnte der Wirtschaft größeren Schaden zufügen als bislang angenommen. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Mercator Research Institute for Global Commons and Climate Change (MCC). Demnach kann eine globale Erwärmung um 4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 dazu führen, dass weltweit im Durchschnitt fast 10 Prozent der Wirtschaftsleistung verloren gehen, in den Tropen sogar mehr als 20 Prozent. Das aktuelle CO2-Preis Niveau im Emissionshandel ist aus Sicht der Forscher daher deutlich zu niedrig.

Wirtschaftsleistung könnte im Mittel um 10 Prozent zurückgehen - Schäden durch Wetterextreme noch nicht berücksichtigt
Wissenschaftler des PIK in Potsdam und MCC in Berlin haben auf der Grundlage eines in dieser Form erstmals entwickelten Datensatzes des MCC genauer untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Wirtschaftsleistung von Gebieten auswirkt, d.h. unterhalb der nationalstaatlichen Ebene. Der Datensatz enthält Daten zu Klima und Wirtschaft für 1.500 Regionen in 77 Staaten der Welt, die für einige Regionen bis zu rund hundert Jahre zurückreichen. Qualitativ am besten ist die Datenerfassung dabei für Industrieländer, insbesondere für weite Teile Afrikas fehlen dagegen entsprechende wirtschaftliche Informationen.

Frühere Forschungsarbeiten legten nahe, dass ein 1 Grad Celsius heißeres Jahr die Wirtschaftsleistung um etwa 1 Prozent reduziert. Die neue Analyse deutet allerdings auf Produktionsverluste hin, die in warmen Regionen bis zu dreimal so hoch sind. Indem die Forscher diese Zahlen als Maßstab für die Berechnung künftiger Schäden durch weitere Treibhausgasemissionen verwenden, stellen sie erhebliche wirtschaftliche Verluste fest, die global gesehen regional sehr unterschiedlich verteilt sind: 10 Prozent im globalen Durchschnitt und mehr als 20 Prozent in den Tropen bis 2100. Dies sei immer noch eine konservative Einschätzung: Die Studie berücksichtige nicht die Schäden, die beispielsweise durch extreme Wetterereignisse und den Anstieg des Meeresspiegels entstehen, da sie für einzelne Regionen oft schwer zu bestimmen sind, so das PIK.

Wirtschaftlicher Schaden pro Tonne CO2 höher als bislang angenommen
Die Ergebnisse haben aus Sicht der PIK und MCC-Forscher beträchtliche Folgen für die Klimapolitik, speziell für die CO2-Preisgestaltung. „Wenn man das weit verbreitete Klima-Wirtschafts-Modell DICE des Nobelpreisträgers William Nordhaus mit den statistischen Schätzungen aus unseren Daten aktualisiert, sind die Kosten jeder Tonne Kohlenstoff, die an die Gesellschaft abgegeben wird, zwei- bis viermal höher“, betont der Leitautor der Studie, Matthias Kalkuhl vom MCC. Nach der aktuellen Analyse wird jede Tonne CO2, die 2020 emittiert wird, einen wirtschaftlichen Schaden verursachen, der bei den Preisen von 2010 zu Kosten zwischen 73 und 142 Dollar führt, anstelle der vom DICE Modell angezeigten 37 Dollar. Bis 2030 werden die Kosten von Kohlenstoff aufgrund steigender Temperaturen bereits um fast 30 Prozent höher sein. Im Vergleich dazu ist der CO2-Preis im europäischen Emissionshandel mit einer Schwankungsbreite von 20 bis 30 Euro pro Tonne derzeit deutlich niedriger. In Deutschland steigt der nationale CO2-Preis im nächsten Jahr von 25 Euro auf 55 Euro im Jahr 2025. Diese aktuellen Kohlenstoffpreise spiegeln aber nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Klimaschäden wider. Nach dem Verursacherprinzip müssten sie deutlich nach oben angepasst werden, so die Studienautoren vom PIK und MCC.

© IWR, 2020


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21.08.2020

 



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