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Orkan- und Sturmtiefs sorgen für viel Windstrom und niedrige Strompreise

© Windy.com© Windy.comMünster – Wie an einer Perlenschnur aufgereiht ziehen Orkan- und Sturmtiefs über das nördliche Europa hinweg. Deutschland steckt mittendrin im Unwetter. Die hohen Windgeschwindigkeiten sorgen aber auch für eine sehr hohe Windstromproduktion und gleichzeitig für niedrige Börsenstrompreise, zumindest in Deutschland.

Die Großwetterlage in Deutschland ist weiterhin von Tiefdruckgebieten geprägt. Am heutigen Freitag (18.02.2022) zieht nun das Orkantief Zeynep mit seinem Sturmfeld über Deutschland hinweg. Die Windkraftanlagen in Deutschland haben in der Folge mit Stand heute schon mehr Windstrom produziert als im gesamten Februar 2021.

Orkantief fegt mit hohen Spitzenböen über den Norden Deutschlands
Heute Nachmittag erreicht das Orkantief Zeynep mit seinem Sturmfeld Deutschland. Weil sich das Tief sehr schnell bis Samstagfrüh von England über Dänemark nach Südschweden zieht und Deutschland an der Südflanke liegt, droht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine ausgewachsene Sturm- bzw. Orkanlage. In der Nacht zum Samstag ist dann in der gesamten Nordhälfte mit schwerem Sturm, teils auch Orkan zu rechnen - und das dann auch über mehrere Stunden hinweg. An der Nordseeküste drohen extreme Orkanböen bis 160 km/h.

Am Sonntag (20.02.2022) wird es nicht besser, es bleibt stürmisch und nass. Zum Start in die neue Woche kommt laut DWD weiterhin keine Langeweile beim Wetter auf. Es bleibt sehr wechselhaft und teils auch stürmisch. Lediglich die Unwettergefahr scheint dann aber erst einmal gebannt.

Windenergie: 53 Prozent mehr Windstrom in 2022 als im Vorjahr
Mit den zahlreichen Tiefdruckgebieten und Sturmtiefs im Februar steigt die Windstromproduktion in Deutschland kräftig an. Stand heute (18.02.2021) wurde mit 12,9 Mrd. kWh Windstrom bereits mehr Strom aus Windkraftanlagen erzeugt als im gesamten Monat Februar 2021 (11,2 Mrd. kWh). Das geht aus den Daten der europäischen Netzbetreiber (Entsoe) für Deutschland hervor.

Seit Jahresbeginn 2022 haben die deutschen Windkraftanlagen bis heute bereits mehr als 29 Mrd. kWh (Vergleichszeitraum 2021: 19 Mrd. kWh) Strom produziert, das ist aktuell eine Steigerung um rd. 53 Prozent. Der höchste Zuwachs entfällt auf die Windenergieanlagen an Land (plus 9 Mrd. kWh), die Offshore Windkraftanlagen haben bisher rd. 1 Mrd. kWh mehr produziert als im Vorjahres-Vergleichszeitraum.

Hohe Windstromproduktion lässt Börsenstrompreise im Marktgebiet Deutschland sinken
Seit dem massiven Ausfall französischer Atomkraftwerke Ende 2021 sind die Strompreise im Tageshandel massiv gestiegen. In Frankreich und der Schweiz müssen derzeit die mit Abstand höchsten Strompreise gezahlt werden. In Deutschland dämpft die hohe Windstromproduktion die Einkaufspreise an der Börse kräftig. So mussten beispielsweise in Frankreich für die heutige Freitag-Lieferung 15,9 und in der Schweiz 18,4 ct/kWh bezahlt werden. Auch in den Niederlanden (15,7 ct/kWh) und in Belgien (15,9 ct/kWh) waren die Strompreise deutlich höher als im deutschen Marktgebiet mit lediglich 11,8 ct/kWh.

Für den morgigen Samstag (19.02.2022) sind die Unterschiede noch krasser. Während im Marktgebiet Deutschland der Durchschnittspreise bei knapp 4 ct/kWh liegt, muss in Frankreich mit 11,6 ct/kWh fast dreimal so viel bezahlt werden. Am teuersten ist der Strom mit 18,2 ct/kWh auch morgen wieder in der Schweiz, mehr als viermal so hoch wie in Deutschland.

© IWR, 2022


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18.02.2022

 



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