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Vestas Umsätze gehen 2022 um 7 Prozent zurück - Nettoverlust von über 1 Mrd. Euro - keine Dividende

© Vestas© VestasAarhus, Dänemark - Der Windturbinenhersteller Vestas hat die Gesamtbilanz für das Geschäftsjahr 2022 veröffentlicht und die Zahlen von Ende Januar bestätigt. Gegenüber 2021 ist der Umsatz in dem angespannten Marktumfeld rückläufig. Das operative Ergebnis rutscht deutlich ins Minus, die operative Marge fällt schlechter aus als prognostiziert. Die Aktie kann dennoch zulegen.

Der im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Windkraftanlagen-Hersteller Vestas hat die Geschäftszahlen für 2022 vorgelegt. In einem schwierigen Marktumfeld verzeichnet der dänische Windturbinenhersteller einen deutlichen Umsatzrückgang. Das EBIT vor Sondereffekten bricht ein, die EBIT-Marge rutscht stärker ins Minus, als im November prognostiziert. Das Board of Directors von Vestas Wind Systems A/S schlägt der Hauptversammlung vor, im Jahr 2023 keine Dividende für das Geschäftsjahr 2022 an die Aktionäre auszuschütten.

Vestas 2022 mit Nettoverlust von 1,572 Mrd. Euro
Mit einem Umsatz von 14,486 Mrd. Euro verbucht Vestas 2022 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 7,1 Prozent (2021: 15,587 Mrd. Euro). Der RENIXX-Konzern begründet den Umsatzrückgang hauptsächlich mit den Verwerfungen den Russland-Ukraine-Krieg und Projektverzögerungen. Das EBIT vor Sondereffekten ist von einem Plus von 428 Mio. Euro im Jahr 2021 eingebrochen auf minus 1,152 Mrd. Euro im Jahr 2022.

Dementsprechend ist die EBIT-Marge vor Sondereffekten um 10,8 Prozent auf minus 8 Prozent gesunken (2021: 2,8 Prozent), was nach Angaben von Vestas hauptsächlich auf eine niedrigere Bruttomarge und Wertminderungen bei dem Turbinentyp V174 zurückzuführen ist. Belastet wird die Geschäftsentwicklung auch durch Sondereinflüsse von 444 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Anpassung der Produktionskapazitäten und dem Rückzug des Windturbinenherstellers aus Russland. Per Saldo verzeichnet Vestas 2022 einen Nettoverlust von 1,572 Mrd. Euro, nach einem Plus von 143 Mio. Euro in 2021. Der Wert des kombinierten Auftragsbestandes von Power Solutions (19,1 Mrd. Euro) und Service (30,4 Mrd. Euro) stieg auf 49,5 Mrd. Euro (Ende 2021: 47,3 Mrd. Euro).

„Vestas und die Windindustrie standen auch im Jahr 2022 vor großen Herausforderungen, da externer Gegenwind und die Unreife der Branche die Rentabilität beeinträchtigten und zu unbefriedigenden Finanzergebnissen für das Gesamtjahr führten“, kommentiert Henrik Andersen, Vestas-Präsident und CEO der Gruppe das Ergebnis für 2022. Durch strenge kaufmännische Disziplin sei es gelungen, den durchschnittlichen Verkaufspreis um 29 Prozent auf 1,07 Mio. Euro/MW zu erhöhen und das Jahr mit einem wertmäßigen Rekordauftragseingang im vierten Quartal abzuschließen.

Ausblick 2023: Umsatz stagniert, EBIT-Marge zwischen -2 und 3 Prozent
Für das Jahr 2023 geht Vestas davon aus, dass sich die hohe Inflation in der gesamten Lieferkette und geringere Installationen negativ auf die Umsätze und Rentabilität auswirken werden. Grund für das niedrigere Installationsniveau sind laut Vestas langsame Genehmigungsverfahren in Europa. Auch für die USA rechnet Vestas 2023 mit einem gedämpften Aktivitätsniveau, bevor es 2024 aufgrund des Inflation Reduction Actes voraussichtlich zu einem deutlichen Nachfrageanstieg kommt.

Zwar wirken sich die höheren Turbinenpreise als ausgleichender Faktor aus, Vestas sieht die Rentabilität des Konzerns 2023 allerdings angesichts des angespannten Marktumfeldes weiterhin in Frage gestellt. Der Umsatz für das Gesamtjahr 2023 wird daher voraussichtlich zwischen 14,0 und 15,5 Mrd. Euro liegen. Vestas erwartet eine EBIT-Marge vor Sondereinflüssen von minus 2 bis plus 3 Prozent.

Vestas meldet Durchbruch beim Recycling von Rotorblättern auf Basis von Epoxidharz
Neben den Geschäftszahlen für 2022 hat Vestas zudem über große Fortschritte bei der Wiederverwendung von Rotorblattrohstoffen berichtet. Demnach ist es Vestas gelungen, Rotorblätter auf Epoxidbasis im Sinne der Kreislaufwirtschat zu recyceln, ohne dass das Design oder die Zusammensetzung des Blattmaterials geändert werden muss. Möglich wird das durch die Kombination einer neu entdeckten chemischen Technologie, die im Rahmen der Initiative CETEC entwickelt wurde, und Partnerschaften mit Olin und Stena Recycling.

Das Recycling von Rotorblättern war bisher aufgrund der chemischen Eigenschaften von Epoxidharz, von dem man annahm, dass es nicht in wiederverwendbare Komponenten zerlegt werden kann, eine Herausforderung. Daher wurde versucht, Epoxidharz durch Alternativen zu ersetzen oder zu modifizieren. Durch die Lösung von Vestas kann Epoxidharz chemisch in neuwertige Materialien aufgespalten werden, so Vestas. Das chemische Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Aarhus, dem Dänischen Technologischen Institut und Olin entwickelt, den Partnern des CETEC-Projekts, einem Zusammenschluss von Industrie und Hochschulen zur Erforschung der Kreislauftechnologie für Rotorblätter.

Alte Blätter auf Epoxidbasis könnten jetzt als Rohstoffquelle betrachtet werden. Sobald die neue Technologie in großem Maßstab eingesetzt werde, könne das alte Blattmaterial, das derzeit auf Mülldeponien gelagert werde, ebenso wie das Blattmaterial aktiver Windparks demontiert und wiederverwendet werden. Dies läute eine neue Ära für die Windindustrie ein und beschleunige die Reise in Richtung Kreislaufwirtschaft, so Lisa Ekstrand, Vice President und Head of Sustainability bei Vestas.

Aktie legt deutlich zu
Die Bestätigung der vorläufigen Geschäftszahlen durch Vestas im Rahmen der heute vorgelegten Bilanz für 2022 ist für die Investoren keine Enttäuschung. Bis zum Mittag klettert der Kurs der Vestas-Aktie um 7,3 Prozent auf 28,665 Euro (12:24 Uhr, 08.02.2023, Börse Stuttgart).

© IWR, 2023


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